Joseph Beuys‘ „Soziale Plastik“

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Bis heute hängt in der Küche der K77 ein Bild, das die Heilige Maria und den Heiligen Joseph zeigt, die ein kleines Wawavox auf dem Schoß haben. Joseph ist hier nicht irgendein Joseph, sondern der Künstler Joseph Beuys, der für die Gruppe identitätsstiftend war.

Dessen erweiterter Kunstbegriff “Jeder Mensch ein Künstler”, und die Forderung nach dauerhaft gesicherten Wohn- und Arbeitsräumen führten zu der Formel “Besetzen = Kunst”, oder im Fall der Kastanie 77 zu dem Kernsatz “Kunst-Besetzen-1.Hilfe”.

“Weder durch legales noch durch illegales Hervorbringen von Kunstwerken entsteht der Gesellschaft oder dem Einzelnen Schädigung, indessen bedeutet deren willentliche Vernichtung Unterdrückung von Informationen und von Möglichkeiten zur Bewusstseinsbildung. Einem zeitgemäßen, entwickelten Kunstbegriff entspricht es im übrigen, sich auf die Arbeitsplätze und den Lebensraum des Menschen zu beziehen. ”

– Joseph Beuys in “Der Sprayer von Zürich, Solidarität mit Harald Nägele”, Hrsg. Michael Müller, Hamburg

Die Beschäftigung damit, die Grenzen zwischen Kunst und alltäglichem Leben aufzuheben, wird hier zur “Sozialen Plastik”: Das leerstehende Gebäude in der Kastanienallee formt sich durch die Inbesitznahme der KünstlerInnen von der “toten” Skulptur im Stadtraum zum lebendigen Ganzen.

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